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Kostenlose Microsoft Visio Alternative: yEd Graph Editor

Für meine anstehende Bachelor-Thesis brauche ich natürlich auch sprechende Grafiken. Früher habe ich so etwas immer mit Microsoft Visio oder teilweise auch direkt in Microsoft Word bzw. OpenOffice Writer realisiert.

Zwar habe ich irgendwo noch eine Studentenversion von Microsoft Visio, aber die herauszusuchen war mir heute zu mühsam. Eine Google-Suche war da viel schneller und schon auf der ersten Seite fand ich den yEd GraphEditor.

Bei dem Programm handelt es sich um eine kostenfreie Software, die auf Java basiert und entgegen aller „Java-ist-doch-so-langsam“-Unkenrufe nicht langsam ist. Der große Vorteil, der sich durch Java ergibt:
yEd ist plattformunabhängig und man kann es so problemlos auf diversen Systemen nutzen. Nur das sogenannte Java Runtime Environment (JRE) ist erforderlich. Auf den meisten PCs ist dieses sowieso mitinstalliert und wenn nicht: auch die Installation und Nutzung der JRE ist kostenfrei.

Für die Plattformen Microsoft Windows, Unix/Linux und Apple Mac OS stehen Installationspakete zur Verfügung, für alle anderen gibt es das JAR-File.

Im Programm selbst findet man sich sehr schnell zurecht und so hatte ich schon 10 Minuten nach Installation die (zugegeben simple) Grafik erzeugt, die ich benötigte. Man kann aus etlichen vordefinierte Elementen und Icons wählen und ist nicht auf umfangreiche Anleitungen oder Tutorial angewiesen.



Ein Screenshot vom yEd Graph Editor, der eine mächtige Alternative zu Microsoft Visio darstellt
yEd Graph Editor - die kostenlose Microsoft Visio Alternative

Besonders einfach geht das punktgenaue Positionieren der einzelnen Elemente von der Hand. Je nach Element und Position werden kleine Hilfslinien eingeblendet, sodass man z.B. sofort sieht, ob der Abstand zwischen Objekt A und B auch dem Abstand zwischen Objekt B und C entspricht.

Für die Bedienbarkeit des Programmes sollten die Entwickler einen Preis bekommen!

yEd bringt auch Unterstützung mit für BPMN-Diagramme, Flowcharts, Familien-Stammbäume, Semantische Netze, Soziale Netze und UML Klassendiagramme.

Exportieren lässt sich das Ergebnis dann als Bitmap- oder Vektorgrafik (PNG, JPG, SVG, PDF, SWF etc.)

Insgesamt kann ich nur sagen, dass es sich hier um ein sehr mächtiges Tool handelt.

Wessen Interesse ich jetzt geweckt habe, der kann sich auf der Website von yWorks die Screenshots anschauen oder das Programm direkt herunterladen und sich vom Funktionsumfang überzeugen lassen.

yEd Graph Editor

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Skype – Wer archiviert meine History?

Seit dem Software-Update auf Skype 5.0 kommt mir das Verhalten der etablierten Chat- und VoIP-Software ein wenig seltsam vor.

Warum? Das würde ich gerne erklären:

Bin ich in der Fachhochschule, bei meinen Eltern oder sonstwo unterwegs, lasse ich auf meinem Notebook eigentlich immer Skype aktiv laufen und chatte ab und an mit Freunden und Kommilitonen. Die History wird auf meinem Notebook und in der History des jeweiligen Kontaktes abgespeichert, also z.B. bei meinen Kommilitonen Daniel Kral und Thomas Grieb.

Komme ich nach Hause, setze ich mich an meinen Hauptrechner, der die Konversation nicht protokolliert hat. Daniel z.B. ist wieder mit seinem Notebook online (mein Notebook ist offline). Bisher war es immer so, dass sein Skype-Client die History mit dem meinigen abgeglichen hat. Infolge tauchten die Updates dann wie von Geisterhand in Form neuer Nachrichten bei mir auf. Soweit so gut.

Seit der Version 5.0 jedoch tauchen Teile der History auch dann auf, wenn die entsprechenden Kontakte OFFLINE sind.

Jetzt könnte man denken: „Gut, der Freund / die Freundin hat seinen Status gerade auf invisible stehen und sein / ihr Client überträgt die History dennoch.“

Es macht mich dennoch stutzig, wenn

  • a) nur Teile und nicht die gesamte History auftauchen und
  • b) die History von Freunden auftaucht, die mit Sicherheit offline sind, weil sie just in dem Moment neben mir sitzen.
  • c) die „neuen“ Nachrichten mehrerer Kontakte (teilweise mehr als 10) gleichzeitig aufploppen.

Da stellt sich die Frage: Speichert Skype nun meine privaten Konversationen aus Convenience-Gründen irgendwo in der Cloud ohne mein Wissen ab?

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Gesichtserkennung bei Google Picasa

Der Bilder-Hostingdienst von Google bietet seit einiger Zeit nun die automatische Gesichtserkennung bei hochgeladenen Bildern an und heute habe ich mir die Zeit genommen, diese Funktion in Augenschein zu nehmen.

Prinzipiell ist das Ganze sehr einsteigerfreundlich realisiert. In der Übersicht seiner Webalben aktiviert man die Gesichtserkennung und schon beginnen die Server damit, die Bilder nach Gesichtern zu durchsuchen. Bereits nach kurzer Zeit kann man anfangen, die erkannten Gesichter den jeweiligen Personen zuzuordnen. Relativ akkurat kann Google dabei auch Personen erkennen und gruppiert die Bilder dementsprechend. Ausreißer gibt es dennoch. So werden manchmal Bilder verschiedener Personen nur einer Person zugeordnet oder für eine Person mehrere Gruppen angelegt. Hat man seine Kontakte bei Google Mail eingepflegt, dann schlägt Google nach Eingabe der ersten paar Buchstaben eines Namens auch die infrage kommenden Kontakte vor.

Google Picasa Gesichtserkennung

Das sogenannte Taggen, also Markieren und Zuweisen von Personen, geht schnell von der Hand und die False Positives-Quote (das Erkennen von z.B. Objekten als Gesicht) ist verschwindend gering.

Ein großes Manko in meinen Augen ist, daß die Gesichtserkennung nicht in die Client-Software integriert wurde, man ist also darauf angewiesen, die Bilder zunächst einmal hochzuladen und dann im Browser-Fenster die gefundenen Personen mit Namen zu versehen. Für die lokale Verwaltung der eigenen Bildersammlung und das Suchen z.B. nach „Susanne“ ist diese Lösung leider nicht geeignet.

Zur Zeit ist ja auch häufig vom Datenschutz die Rede und man darf sich durchaus fragen, inwieweit Google die zugetragenen Informationen verwendet. Aus den EXIF-Daten des Bildes weiß Google das genaue Datum der Aufnahme, durch die Verknüpfung des Bildes mit GPS-Koordinaten weiß Google, wo genau das Bild geschoßen wurde und durch die Anbindung des Google Mail-Adressbuches kennt Google also auch die Personen. „Manfred Mustermann aus der Musterstraße 1 in Musterhausen war am 1.1.2009 also mit Andrea Musterfrau… im Etablissement XYZ im Skiort Kitzbühel“.

Diese Pixelverwaltung kann u.U. auch Schattenseiten haben, aber prinzipiell bin ich von der dahintersteckenden Technologie fasziniert.

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Windows 7 Beta

Ich weiß, ich weiß, eigentlich sollte man Testversionen auf keinem „Produktivsystem“ installieren, aber nachdem Microsoft am Wochenende den öffentlichen Betatest ausgeweitet hat und nun jeder Interessierte einen Produktkey zur Verfügung gestellt bekommt, habe ich nach dem Download des 64bit-ISOs ein Vollbackup meines Systems gemacht und im Anschluß die Upgradeoption von Vista SP1 auf Windows 7 wahrgenommen.

Bis auf zwei Kleinigkeiten (der Lenovo-Energiemanager meldet, es sei keine Notebookbatterie installiert, Skype 3.8 schließt sich ohne Fehlermeldung) läuft alles erstaunlich gut und ich muß sagen, schon nach diesem einen Tag in der FH möchte ich Seven nicht mehr missen.

Die Snap-Funktion, die es ermöglicht, Fenster komfortabel nebeneinander zu platzieren, erleichtert z.B. das parallele Betrachten eines PDFs / einer Website bei gleichzeitigem Verfassen eines Lernskripts für die kommenden Klausuren.

Auch mit vielen geöffneten Fenstern (gerade sind es zwei Firefox-Instanzen, vier Datei-Ordner, zwei Outlook-Fenster, zwei PDFs, sowie ein Word-Dokument und ein Messenger) ist die neue Taskleiste sehr aufgeräumt. Komfortablen Zugriff auf die Fenster hat man immer noch, da sich die Gruppierung nun hinter einem großen Symbol der jeweiligen Anwendung verbirgt. Gerade auf dem begrenzten Notebookbildschirm findet sich das gewünschte Fenster nun wesentlich schneller.

Neben der Uhrzeit rechts unten findet man nun auch standardmäßig das aktuelle Datum.

Das Startmenü von Vista mit seiner Suchfunktion wurde nun auch etwas weiter verbessert. Statt dem herkömmlichen „Zuletzt verwendete Dokumente“-Ordner findet man die zuletzt verwendeten Dokumente nun direkt neben dem Eintrag der jeweiligen Applikation. Führt man seinen Maus-Cursor z.B. über den Excel-Eintrag öffnet sich eine Karteikarte und listet die Dokumente auf.

Vom Performanceschub, der so vollmundig angekündigt wurde, kann ich zumindest beim Bootvorgang nichts merken. Mein inzwischen 2 Jahre altes Notebook ist gefühlsmäßig nicht schneller nach Erscheinen der GUI ansprechbar. Das Herunterfahren in den Ruhezustand geht dafür aber etwas schneller vonstatten.

Es gibt noch ein paar weitere Verbesserungen, die ich jedoch nicht alle auflisten will. Erwähnenswert wäre vielleicht noch die aktualisierte Widgets-Engine, die Nachrichten, Börsen-Ticker, Wettervorhersage etc. nun nicht mehr in die statische Sidebar packt, sondern es endlich dem Nutzer ermöglicht, die Widgets an die Position seiner Wahl zu verschieben.

Ein genaueres Bild kann sich jeder Interessierte entweder durch Teilnahme an der Beta oder durch Betrachten der zahlreichen Reviews auf einem der Videoportale wie Youtube machen.

Meine heutigen Eindrücke von Seven waren bisher fast durchweg positiv und sofern keine weiteren Probleme auftauchen, werde ich die Beta-Phase wohl bis zum Deaktivierungstag am 01.08.2009 ausnutzen.

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Unerwünschte Software

Wer hat sich das denn einfallen lassen? Installiert man einen Grafikkartentreiber von ATI, findet man plötzlich das Symbol von World of Warcraft auf seinem Desktop. Installiert man das Shockwave Player Plugin für Firefox, bietet es einem an, den nur 3 MB großen Symantec Virenscanner mit herunterzuladen. Vor kurzem habe ich ein Brennprogramm von einem kleinen Programmierer getestet und es wollte mir beim Setup gleich die Yahoo-Toolbar aufs Auge drücken. Muß man aus welchen Gründen auch immer Quicktime installieren, sollte man aufpassen, welchen Installer man erwischt, denn schnell hat man sich Safari und iTunes installiert. Diese Liste kann man bestimmt fortführen.

Natürlich kann man argumentieren, daß es von Seiten der Anbieter vielleicht ganz geschickt ist, Sachen zu bundlen, denn schließlich verhält es sich hierbei wie mit Spam:
der ein oder andere Anwender (auch wenn der Prozentteil gering sein mag) findet den Bonus dann doch ganz praktisch und sucht nicht verärgert nach der Deinstallationsmethode. Im schlimmsten Fall ist dann kein separater Deinstallationseintrag vorhanden und man darf entweder selbst Hand anlegen ODER man deinstalliert gleich die ganze Software, die den „Nützling“ mit an Bord hatte.

Auch wenn ich verstehen kann, daß sich Programmautoren oder softwareherstellende Firmen hiermit ein kleines Zubrot verdienen können, stört mich diese Praktik und hinterläßt einen faden Beigeschmack, was dazu führt, daß ich sofern möglich um das eigentliche Softwareprodukt einen Bogen machen. Meine Meinung über den „Beworbenen“ sinkt sogar noch weiter.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß es nur mir so geht, und wünsche mir daher, daß wenn Software schon gebundlet werden muß, standardmäßig die Option zum Installieren von nichtproduktbezogenen Zusätzen in Installern deaktiviert ist. Dann hat der Nutzer immer noch nicht Entscheidungsmöglichkeit, ärgert sich aber im Fall einer hastig installierten Anwendung nicht über zusätzliche Icons, Werkzeugleisten etc. etc.