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Gesichtserkennung bei Google Picasa

Der Bilder-Hostingdienst von Google bietet seit einiger Zeit nun die automatische Gesichtserkennung bei hochgeladenen Bildern an und heute habe ich mir die Zeit genommen, diese Funktion in Augenschein zu nehmen.

Prinzipiell ist das Ganze sehr einsteigerfreundlich realisiert. In der Übersicht seiner Webalben aktiviert man die Gesichtserkennung und schon beginnen die Server damit, die Bilder nach Gesichtern zu durchsuchen. Bereits nach kurzer Zeit kann man anfangen, die erkannten Gesichter den jeweiligen Personen zuzuordnen. Relativ akkurat kann Google dabei auch Personen erkennen und gruppiert die Bilder dementsprechend. Ausreißer gibt es dennoch. So werden manchmal Bilder verschiedener Personen nur einer Person zugeordnet oder für eine Person mehrere Gruppen angelegt. Hat man seine Kontakte bei Google Mail eingepflegt, dann schlägt Google nach Eingabe der ersten paar Buchstaben eines Namens auch die infrage kommenden Kontakte vor.

Google Picasa Gesichtserkennung

Das sogenannte Taggen, also Markieren und Zuweisen von Personen, geht schnell von der Hand und die False Positives-Quote (das Erkennen von z.B. Objekten als Gesicht) ist verschwindend gering.

Ein großes Manko in meinen Augen ist, daß die Gesichtserkennung nicht in die Client-Software integriert wurde, man ist also darauf angewiesen, die Bilder zunächst einmal hochzuladen und dann im Browser-Fenster die gefundenen Personen mit Namen zu versehen. Für die lokale Verwaltung der eigenen Bildersammlung und das Suchen z.B. nach „Susanne“ ist diese Lösung leider nicht geeignet.

Zur Zeit ist ja auch häufig vom Datenschutz die Rede und man darf sich durchaus fragen, inwieweit Google die zugetragenen Informationen verwendet. Aus den EXIF-Daten des Bildes weiß Google das genaue Datum der Aufnahme, durch die Verknüpfung des Bildes mit GPS-Koordinaten weiß Google, wo genau das Bild geschoßen wurde und durch die Anbindung des Google Mail-Adressbuches kennt Google also auch die Personen. „Manfred Mustermann aus der Musterstraße 1 in Musterhausen war am 1.1.2009 also mit Andrea Musterfrau… im Etablissement XYZ im Skiort Kitzbühel“.

Diese Pixelverwaltung kann u.U. auch Schattenseiten haben, aber prinzipiell bin ich von der dahintersteckenden Technologie fasziniert.

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in eigener Sache

Indien ist schön…

aber nach nun beinahe sieben Tagen würde ich mich doch einmal über ein anderes Essen freuen. Nicht, daß das Essen hier vor Ort nicht gut wäre, im Gegenteil. Das Problem ist nur, daß wir bisher leider doch nicht so viel von der kulinarischen Vielfalt Indiens mitbekommen haben. Eventuell gibt es auch nicht so viele Gerichte, die man einem Europäer vorsetzen kann oder wir haben bisher an den Buffets wirklich immer die gleichen Gerichte bekommen, da es sich um lokale Spezialitäten handelt.

Am Ende unseres heutigen Besuchs bei Bosch unterhielt ich mich mit einigen Kommilitonen über diese Thematik und die im Gespräch vorkommende Bratwurst mit Sauerkrat und Kartoffelbrei klang sehr verlockend.

Gerade nutze ich die Zeit und bringe mich auf den neuesten Stand Deutschland betreffend. Gegen 18:30 Uhr sind wir in den Bangalore Club eingeladen, ein alter traditioneller englischer Club, den bereits Prince Charles besucht hat.

Die nächsten zwei Tage werden wir im „Village“ verbringen. Die Christ University hat, sofern ich das richtig verstanden habe, ein Dorf adoptiert und engagiert sich dort sozial. Wir werden also mit den Einheimischen zwei Tage verbringen, mit ihnen reden, gemeinsam essen etc. Ich bin sehr gespannt, da ich offengestanden bisher das Gefühl hatte, daß wir zwar viel gesehen haben, vieles aber dennoch quasi gefiltert wurde. Eine Mall ist eine Mall, mit dem Bus durch eine heruntergekommene Gegend zu fahren ist etwas anderes als das ganze wirklich zu sehen.

Was mir bereits jetzt klar ist: Deutschland werde ich in Zukunft mit anderen Augen betrachten.

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Commercial Street Bangalore

Am gestrigen Tag haben wir nach dem regulären Programm einen Abstecher in die Commercial Street von Bangalore unternommen, da wir gerne etwas vom wirklichen Indien sehen wollten – Shopping Malls kennt man immerhin auch schon aus den USA.

Mit der Riksha, dem Zweitakter-Fortbewegungsmittel Nummer eins, erlebten wir hautnah den Verkehr und waren nach ca. 20 Minuten und etlichen neuen Eindrücken und Erfahrungen mehr am Ziel angekommen.

Die Commercial Street und das Viertel um sie herum kann man am besten als Basar beschreiben. Tausende von kleinen Geschäften drängen sich dicht an dicht in kleinen Straßen und Gässchen, riesige Menschenmassen schieben sich gegenseitig am Straßenrand entlang während Rikshas und vereinzelte Autos mit Dauereinsatz ihrer Hupe langsam vorankommen.

Angeboten wird eigentlich alles und vor allem in allen Farben. Von Kleidung über Schmuck, hin zu Uhren, Elektroartikeln, Gewürzen, Schuhen etc. Jede Kategorie scheint ihre eigene Straße zu haben auch wenn man keine Schilder diesbezüglich sieht. Vor allem in der Gewürzstraße werden alle Sinne angesprochen. Eine Flut von Düften verschiedenster Pulver und Kräuter konkurrieren mit dem Duft von frischem Knoblauch, der geschält in riesigen Wannen liegt, und vielem vielen mehr. Dazu die kräftigen Farben der Gewürze, der Shops, der Kleidung der Einheimischen. Zwischen all diesen Läden sieht man immer mal wieder kleine Tempel und viele, viele Hunde. Während man kaum Katzen in Bangalore sieht, sträunen überall Straßenhunde herum.

Obwohl das Gedränge groß war, fühlte ich mich zu keiner Zeit unwohl bzw. unsicher. In Indien gewöhnt man sich sehr schnell daran, daß man als Europäer zwar neugierig angeschaut wird, aber bisher sind mir alle Menschen mit großer Freundlichkeit begegnet und so habe ich natürlich auf Kamera und Geldbeutel im Gedränge aufgepasst, hatte aber fast das Gefühl, daß das eigentlich gar nicht notwendig ist.

Da wir gestern in einer großen Gruppe unterwegs waren, kamen wir nicht so recht voran und ich hatte am Ende das Gefühl, vielleicht doch einiges verpasst zu haben. An einem der letzten Tage will ich noch einmal mit einem der indischen Studenten in diese Gegend und mehr sehen.

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Callcenter-Erfahrungen

Bangalore, laut dem MSN-Thermometer hatten wir heute 30 Grad im Schatten. Heute war der Tag der Präsentationen und der Callcenter-Agents. Nach den Präsentationen einiger indischer MBA-Studenten stellten wir die Projekte, welche wir im Rahmen unseres Seminars vorbereiten mussten, unseren indischen Kommilitonen und deren Professoren vor. Im großen und ganzen ging es dabei weniger um die Präsentationen, sondern viel mehr um die Zeit, die die beiden Gruppen Studente miteinander verbrachten. Als Deutscher ist man zunächst ein wenig von der direkten Art und Weise der Kontaktaufnahme der Inder überrumpelt. Menschen gehen ungehemmt sofort auf einen zu, lächeln, stellen sich vor (von der ganzen Namen blieben leider nur wenige hängen) oder sie gratulieren einem nach der Rückkehr von der Bühne persönlich für die Präsentation.

Das Lunch nahmen wir heute gemeinsam mit den indischen Kommilitonen vor dem Wohnheim der Studentinnen ein. Wir saßen in einem Pavillon. der von Palmen umgeben war. Während wir das Buffet genossen, liefen weiße Tauben zwischen unseren Stühlen herum. Ein Hahn und einige Hennen drehten ihre Runden durch den angrenzenden kleinen Garten. Die Christ University ist in der Tat ein grünes Kleinod mitten in dieser riesigen, staubigen Stadt (nach europäischen Standards Metropole) mit dem chaotischen Verkehr.

Am Nachmittagsverkehr nahmen wir dann heute das erste mal selbst in einem Bus teil, als wir uns auf den Weg zu Aegis, dem zweitgrößten Callcenterbetreiber in Indien begaben. Während dieser Fahrt habe ich vom Verkehr ein oder zwei Videos erstellt, die ich bei Gelgenheit auf einer Videoplattform hochladen werde, denn beschreiben kann man diese holistische Ereignis nicht wirklich.

Trotz einer kleinen Kollision mit einem anderen Bus erreichten wir nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt durch die Stadt Aegis. Aktuell arbeiten für die Firma mehr als 20000 Menschen mit dem Headquarter in Bangalore. Man führte uns durch die Großraumbüros und ich muß zugegeben, daß ich mir die schlimmsten Arbeitsbedingungen vorgestellt habe, aber eine modern eingerichtete, effiziente Organisation vorfand. Unter anderem konnten wir mit den Mitarbeitern reden, die für die deutschen AOL- oder Alice-Kunden die Supportmails beantworteten. Geht eine Nachricht ein, durchforstet der Agent den Text nach den entscheidenden Keywords und sucht aus einer Knowledgedatabase die passende Standardantwort aus. Das Eintragen der Ticketinformationen dauert dabei meist länger als die Copy&Paste-Aktion. Ebenfalls erfuhren wir, daß die deutschen AOL-Chatrooms von Indien aus administriert werden, um so hauptsächlich Angebote und Nachfragen nach käuflichem Sex zu unterbinden. Man kann also davon ausgehen, daß all die Supportmails der großen deutschen Firmen inzwischen im günstigen Ausland beantwortet werden.

Um bei Aegis ein Agent zu werden, muß man ein Graduate sein und einen Eignungstest bestehen. Anschließend wird man vier Wochen lang ausgebildet und macht dann eine Abschlußprüfung. Hat man dies erfolgreich hinter sich gebracht, arbeitet man an 6 Tagen die Woche je 9 Stunden mit 3 Pausen, die insgesamt 60 Minuten dauern. Natürlich findet ein Monitoring aller Mitarbeiter statt. Es wird also Erfolgsquote, durchschnittliche Anrufdauer für die Kunden von Aegis genauestens protokolliert und ausgewertet, dafür arbeiten die Angestellten aber mit einem vergleichsweise hohen Grundgehalt von 600 USD. Zwei weitere Stufen kann der MA erreichen und so über 800 USD verdienen. Einer der Studenten, die uns begleiteten, erzählte mir, daß viele der Agents noch bei ihren Eltern wohnen und so ihr ganzes Gehalt für einen hohen Lebensstandard ausgeben können. In der Tat sahen wir viele der Agents mit Levis-Jeans und teuren Nokia-Mobiltelefonen.

Ein weiteres interessantes Detail an Aegis war der im Keller untergebrachte Food Court. Angestellte können dort günstig bei z.B. Subways essen, aber auch in Geschäften Markenbekleidung günstig einkaufen. Die Firmen wie Hilfigger etc. versprechen sich dadurch eine höhere Verbreitung ihrer Brands auf den Straßen und ich muß sagen, daß ich das Konzept genial finde – immerhin verbringen die Angestellten 6 Tage die Woche in ihrer Firma und haben so quasi keine andere Möglichkeit, als ihr Geld direkt vor Ort wieder los zu werden.

Auf dem Rückweg hatten wir noch viel Spaß – die indischen Studenten begannen zu singen und forderten uns auf, ebenfalls zu singen. So wurden von uns Sachen wie Reinhard Mey zum Besten gegeben und die Rückfahrt verging trotz zunehmender Müdigkeit im Flug.

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Der letzte Abend in Würzburg

Die Checkliste ist abgearbeitet, der Koffer gepackt (ca. 17 kg), Mobiltelefon, Kamera und Notebook sind aufgeladen. Das Taxi zum Bahnhof ist für 7.10 Uhr bestellt. Soweit ist also alles vorbereitet und nun schaue ich mir gerade noch die Wetteraussichten von Bangalore an. Vorgehesagt sind Temperaturen von durchgängig ca. 30 Grad Celsius. Im Vergleich zum Schneechaos, das die nächsten Tage über Würzburg hereinbrechen soll, sind das also hochsommerliche Temperaturen.

Bangalore Wettervorhersage 5 Tage
Bangalore Wettervorhersage 5 Tage

Zwischenzeitlich habe ich das inzwischen feststehende Programm noch einmal genauer studiert und freue mich besonders auf die Besuche bei den Firmen Infosys Ltd. und Bosch. Infosys ist, obwohl der Name hier nicht so geläufig ist wie Apple, IBM, Microsoft, SAP etc., einer der größten IT-Dienstleister der Welt und dementsprechend besonders interessant.

Wir fliegen morgen am Flughafen Frankfurt Main um 12:25 Uhr ab und landen um 01:25 Uhr Ortszeit. Ich rechne damit, daß wir gegen 4 Uhr morgens (dies entspricht 23:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit) dann letztendlich an der CU ankommen.

Im Laufe der nächsten Tage werde ich (akzeptable Internetanbindung vorausgesetzt) schon ein paar der geschossenen Fotos hochladen, um den Lesern einen ersten Eindruck zu verschaffen.